Usbekistan - Fakten im Überblick

  • Staatsform: Republik
  • Regierungsform: Präsidialsystem
  • Hauptstadt: Taschkent
  • Amtssprache: Usbekisch
  • Einwohnerzahl: ca. 32 Millionen
  • Fläche: 448.978 km²
  • Währung: Sum (UZS)
  • Regierungschef: Ministerpräsident Abdulla Aripov
  • Religionen: 89% Prozent der Bevölkerung sind sunnitische Muslime. 8% gehören der russisch-orthodoxen Kirche an.
  • Es gibt weitere kleine Religionsgemeinschaften in Usbekistan, wie die schiitischen Muslime, Christen, Buddhisten und Juden.

Usbekistan: Geschichte, Wirtschaft & Geographie

Die geschichtliche Entwicklung Usbekistans

Bevor Usbekistan das erste Mal eine wahre geschichtliche Bedeutung entlang der Seidenstraße erlang, wurde das Gebiet ab Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. Teil des Achämenidenreichs. Etwa 200 Jahre später wurde das heutige Usbekistan unter Alexander dem Großen zu einem Teil Makedoniens. Danach fiel das Gebiet unter die Macht des chinesischen Reiches. Dieses hatte einen mächtigen Einfluss auf den Handel im Großraum von Asien bis nach Europa. Während dieser Zeit entstand die Seidenstraße, welche heute immer noch als eine der bekanntesten Handelsrouten in der menschlichen Geschichte gilt. Usbekistan befindet sich unmittelbar an dieser Route. Viele Städte des Landes gewannen zu dieser Zeit an Bedeutung und erlebten wirtschaftliche Aufschwünge durch den Handel mit Rohstoffen und anderen Gütern. Städte wie Samarkand, Buchara, Chiwa und Shakhrisabz etablierten sich zu Handelszentren und lösten Urbanisierungsströme unterschiedlicher Kulturen aus. Das Sassanidenreich, welches vom 3. bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. existierte, war das 2. persische Großreich und fiel mit dem Tod des letzten Großkönigs Yazdegerd dem III.. Im 7. Jh. n. Chr. eroberten muslimische Araber die großen Teile des heutigen Usbekistans. Die Chinesen versuchten die Araber zu unterdrücken, allerdings erfolgslos. Das Khalifenreich entstand und der Islam wurde zur dominanten Religion. Während dieser Zeit bildeten sich mehrere kleine Reiche in der Region, welche eigenständig fungierten und Handel betrieben, aber offiziell Teil des Khalifenreichs waren. Unter Dschingis Khan eroberten die Mongolen im 13. Jh. große Teile Asiens, darunter auch Usbekistan. Darauffolgend herrschten die Timuriden, welche aus einem Turko-mongolischen Völkergemisch bestanden. Die Zuwanderung von den heutigen Usbeken aus Kasachstan trug maßgeblich dazu bei, dass die Herrschaft der Timuriden endete. Um 1500 entstand schließlich der erste usbekische Staat. Kleine Khanate besiedelten das Land und trugen zur Entwicklung der heutigen Republik bei. In der westlichen Region von Transoxanien dominierte das Khanat Chiwa, während im Ostteil das Khanat von Buchara regierte. Das dritte Khanat in Usbekistan war unter dem Namen Kokand bekannt. Während des 18. Jahrhunderts fingen Russland und Großbritannien beinahe parallel mit der Eroberung Zentralasiens an, auch genannt „The Great Game“. Die beiden Großmächte versuchten die Vorherrschaft in der Region zu erlangen. Die Briten kamen aus dem Süden über Indien und die Russen über das Festland aus dem Norden. Russland gelang es als Erstes die Khanate Usbekistans zu besiegen und alle bis auf das Kokand Khanat unter russischem Protektorat bestehen zu lassen. Die Region erhielt den Namen Generalgouvernement Turkestan, die Hauptstadt wurde Taschkent. Im Jahre 1924 entstand die „Usbekische Sozialistische Sowjetrepublik“, welche ein Jahr später der UdSSR beitrat. Im Zuge der Sowjetisierung wurden unzählige Eigentümer des Landes an russische Siedler weitergegeben und die wirtschaftliche Abhängigkeit von Russland entstand. Es folgten Jahre der Säuberung Stalins und des Krieges. Eine dunkle Zeit für viele Staaten, die Teile der Sowjetunion waren. 1991 wurde Usbekistan unabhängig und Islom Karimov wurde zum Präsidenten gewählt. Dieser regierte bis zum Jahre 2016, obwohl dies nach usbekischem Grundgesetz gar nicht möglich wäre. 1999 und 2005 kam es zu radikalen islamischen Bewegungen und Anschlägen. Diese werfen das Land immer wieder zurück und sorgen für innenpolitische Instabilität. Der heutige Ministerpräsident ist Abdulla Aripov.

Usbekistans Wirtschaft

Usbekistans wirtschaftliche Entwicklung stand und fiel mit den geschichtlichen Ereignissen Zentralasiens. Zu Zeiten der Seidenstraße erlebten die Menschen in den großen Städten des heutigen Usbekistans die ersten wirtschaftlichen Aufschwünge. Durch diverse Herrschaften und viele konfliktreiche Jahre wurde Usbekistan in den darauffolgenden Jahrhunderten in seiner Entwicklung immer wieder gehemmt. Zu Zeiten der Industrialisierung war Usbekistan Teil der Sowjetunion. Einerseits förderte diese Usbekistan als Produktionsstätte für Baumwolle, andererseits brachte die Sowjetisierung viele wirtschaftliche Defizite mit sich. 1991 als die Sowjetunion zerfiel, bildete sich die usbekische Republik. Kurz danach reformierten die Usbeken ihre Wirtschaft. Die Planwirtschaft, welche unter der Sowjetunion eingeführt wurde, gab der Regierung einen großen Einfluss auf das ökonomische geschehen innerhalb des Landes. Bis heute ist die Regierung tief in den Abläufen der Wirtschaft verwickelt und blockiert seitdem einen Teil der in- und ausländische Investitionen. Die Regierung ist seit 1995 bemüht eine selbständige Marktwirtschaft einzuführen. Usbekistan hat seit der Unabhängigkeit eine positive wirtschaftliche Entwicklung mit einem Wachstum zwischen 3 und 9%. Bemerkenswert ist, dass Usbekistan der drittgrößte Exporteur von Baumwolle ist und diverse Maschinen sowie chemische Produkte produziert. Darüber hinaus besitzt Usbekistan Rohstoffe wie Erdgas, Gold und Kupfer.

Geographie Usbekistan

Usbekistan liegt in Zentralasien und wird insgesamt von fünf Nachbarstaaten umgeben. Im Süden grenzt Usbekistan an Afghanistan, der westliche Nachbar ist Turkmenistan, im Nordwesten liegt Kasachstan, im Nordosten Kirgisistan und im Osten Tadschikistan. Die größten Flächen des Landes sind von der Kysylkum-Wüste bedeckt, welche zum Tiefland von Turan gehört und im Westen von Usbekistan liegt. Im Nordwesten befindet sich der Aralsee. Er besitzt die größte Wassermasse des Landes. Im Südosten Usbekistans findet man unterschiedliche Gebirgsregionen wie die Turkestankette, das Vorgebirge des Tianshan und die Ausläufer des Alaigebirges, in deren Senke das berühmte Ferghanatal liegt.